Eisklima: Die kältesten Orte der Erde
Das Eisklima (auch Kältewüstenklima oder Dauerfrostklima) beschreibt Regionen, in denen die Durchschnittstemperatur in keinem Monat über 0 °C steigt.
Dieses Klima ist das extremste der Erde, geprägt durch ewigen Frost, starke Winde und nahezu völlige Abwesenheit von flüssigem Wasser. Die bekanntesten Regionen mit diesem Klima sind Antarktika, Grönland und einige Hochgebirge wie der Himalaya.
Klimatische Merkmale
- Extreme Kälte: Temperaturen oft unter −50 °C, in der Antarktis sogar unter −80 °C.
- Kein Auftauen: Die Temperatur steigt niemals über 0 °C, sodass Schnee und Eis sich permanent ansammeln.
- Kaum Niederschläge: Meist weniger als 250 mm pro Jahr, vergleichbar mit einer Wüste – daher auch der Begriff Kältewüste.
- Starke Winde: Besonders in der Antarktis treten extreme Fallwinde mit über 300 km/h auf.
- Hohe Sonneneinstrahlung im Sommer, völlige Dunkelheit im Winter: Polarnacht und Polartag bestimmen den Jahresverlauf.
Gliederung des Eisklimas
Klassisches Eisklima
- Typische Regionen: Antarktis, Grönland, arktische Inseln (z. B. Nowaja Semlja, Ellesmere-Insel).
- Temperaturen: Meist unter −30 °C, Rekordwert bis −89,2 °C (Vostok, Antarktis).
- Eisdecke: z.T. mehrere Kilometer dick, in der Antarktis oft über 3.000 m.
Hochgebirgsklima (Gletscher- und Schneeklima)
- Typische Regionen: Himalaya, südliche Anden, Alpen.
- Temperaturen: durch die großen Höhen ganzjährig unter 0 °C, auch in Äquatornähe möglich (Kilimandscharo).
- Sauerstoffmangel: Über 7.500 m liegt die sogenannte "Todeszone", in der Menschen kaum überleben können.
Geografische Verbreitung
Das EF-Klima ist fast ausschließlich in den Polarregionen und Hochgebirgen der Welt zu finden.
Nordhalbkugel:
- Arktis: Grönland, Nordkanada, arktische Inseln wie Spitzbergen, Nowaja Semlja und Sewernaja Semlja
- Hochgebirge: Himalaya, Karakorum, Anden, Alpen.
Südhalbkugel:
- Antarktis: Fast der gesamte Kontinent ist vollständig mit Eis bedeckt, nur an der Spitze der Antarktischen Halbinsel herrscht kein Eisklima, hier ist es im Sommer "warm" genug, um von Tundrenklima zu sprechen.
- Patagonische Anden: Teile Südchiles und Feuerlands.
Vegetation und Böden
Keine Pflanzen – eine Welt aus Eis
Im Gegensatz zum Tundrenklima, wo Moos und Flechten wachsen, gibt es im Eisklima keine Vegetation.
- Die Temperaturen sind zu niedrig für jegliches Pflanzenwachstum.
- In manchen Regionen gibt es Kryoflora – spezielle Bakterien und Mikroorganismen, die extreme Kälte überleben.
Gletscher und Eisschilde
- Grönland und die Antarktis haben die größten Eisschilde der Erde.
- Gletscher bedecken Hochgebirge und speisen viele große Flüsse (z. B. Ganges, Amazonas-Quellflüsse).
- Permafrost ist überall vorhanden, aber noch tiefer gefroren als in der Tundra.
Menschliche Besiedlung und wirtschaftliche Nutzung
Lebensbedingungen
- Keine dauerhafte Besiedlung – zu extrem für Menschen.
- Nur Forschungsstationen wie Amundsen-Scott (Südpol), Vostok (Antarktis) und Summit (Grönland).
Nutzung
- Forschung: Wissenschaftler untersuchen Klimawandel, Eisbohrkerne und kosmische Strahlung.
- Tourismus: Expeditionsreisen zur Antarktis und zum Nordpol.
- Rohstoffe: Erdöl, Erdgas und Mineralien unter dem Eis (z. B. in Grönland und der Arktis).
Klimawandel und Herausforderungen
Das Eisklima ist massiv vom Klimawandel betroffen:
- Eisschmelze: Grönland und die Antarktis verlieren jedes Jahr enorme Mengen Eis.
- Meeresspiegelanstieg: Wenn das Eis weiter schmilzt, könnten Küstenregionen weltweit überflutet werden.
- Veränderung von Meeresströmungen: Das Abschmelzen des Polareises könnte den Golfstrom und andere Meeresströmungen beeinflussen.
Das Eisklima ist das extremste und lebensfeindlichste Klima der Erde. Es herrscht in den ewigen Eiswüsten der Antarktis, Grönlands und hochalpiner Regionen. Diese Gebiete sind entscheidend für das globale Klimasystem – ihre Erwärmung könnte massive Auswirkungen auf den gesamten Planeten haben.
Über den Autor
Remo Nemitz ist Diplom-Geograph mit Schwerpunkt auf Klima und Wetter in tropischen und subtropischen Regionen. Seit über 10 Jahren analysiert er Klimadaten und bereitet sie für Reisende verständlich auf.
Auf www.beste-reisezeit.org teilt er seine fachliche Einschätzung und persönliche Erfahrung – fundiert, praxisnah und unabhängig.
📍 Fachgebiet: Tropisches & subtropisches Klima
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