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Urlaub im Juli

In vielen Regionen auf der Nordhalbkugel herrscht jetzt genau das Sommerwetter, das viele sich für einen Urlaub wünschen. Wer gerne auf der faulen Haut liegt, um die Sonne zu genießen, kommt ebenso auf seine Kosten wie Aktivurlauber und Wassersportler. Im Gegensatz zum Juni herrscht jetzt allerdings überall touristische Hochsaison. Die Preise erreichen ihr höchstes Niveau und allein ist man an den beliebten Reisezielen ganz bestimmt nicht mehr.

Europa

Hochsommer in ganz Europa. Entlang der Küsten vom Schwarzen Meer bis zur Ostsee finden die Sonnenanbeter und Wasserratten jetzt die besten Bedingungen für Strandurlaube und Wassersport aller Art vor. Insbesondere am Mittelmeer gibt es im Juli Sonne pur, Tagestemperaturen über 35 Grad, warmes Meerwasser und trockenes Wetter. Selbst wem es am Mittelmeer zu heiß ist, der findet nördlich davon im Juli bei durchschnittlich 15-22°C angenehme Temperaturen. Und ein kühlendes Gewitter zwischendurch kann auch einmal gut tun. In allen Gebirgen des Kontinents kommen um diese Zeit des Jahres Wanderer und Bergsteiger auf ihre Kosten. Bei seinen Touren erreicht man dort jetzt auch Ziele, die einen Großteil des übrigen Jahres verborgen unter einer dicken Schneedecke liegen.
Außerhalb von Süd- und Südosteuropa lädt der Juli zu Besichtigungen und Städtetouren ein. Auch lohnt sich der Besuch der zahlreichen Feste und Open-Air-Konzerte, die nun überall stattfinden. Nur ganz im Norden des Kontinents machen die Unmengen an Mücken dem Besucher einen Strich durch die Rechnung. Wer aber nur jetzt Zeit hat und gerne einmal am Nordkap stehen möchte, der muss sich darauf leider einlassen.

Naher Osten

An den Meeren des Nahen Ostens herrscht jetzt Hochbetrieb. Denn für Badeurlauber bietet der Juli das optimale Wetter schlechthin: Hitze, kein Regen und Sonnenschein den ganzen Tag. Tagsüber am Strand braten, schwimmen, segeln und tauchen, abends in ein Restaurant unter freiem Himmel, danach Party. Aber auch diejenigen, die das alles nicht suchen, finden im Juli attraktive Ziele in den kühleren Gebirgen zum Wandern und Bergsteigen.

Ferner Osten

Eigentlich ist der Ferne Osten im Juli kein besonders gutes Reiseziel. Im Süden herrschen Monsun, Hitze und Schwüle, im Norden vertreiben trotz eigentlich guten Wetters Myriaden von Mücken den Urlaubsspaß. Eine Lösung bilden die Hochgebirge. Hitze, Regen und Schwüle sind bei Weitem nicht so ausgeprägt wie im Flachland und auch von den stechenden Plagegeistern bleibt man weitgehend verschont. Sowohl Hokkaido im Norden Japans als auch Tibet und die anderen Höhenzüge im Westen Chinas sind jetzt zum Bergsteigen und für Trekking-Touren in noch weitgehend unberührter Natur ideal.

Süd- und Südostasien

Die guten Reiseziele in Süd- und Südostasien kann man im Juli mit der Lupe suchen. Denn fast überall dominiert der Monsun mit seinen heftigen Regenfällen und seiner hohen Luftfeuchtigkeit. Zu nennen wären als Ziele der Norden und Osten Sri Lankas, Malaysia und Indonesien. Doch in den beliebten Reisezielen Bali und Lombok beginnt jetzt auch die heiße Phase der Trockenzeit. Zudem kommen in den nun beginnenden großen Ferien in Europa, Nordamerika und Australien auch deutlich mehr Touristen auf die Inseln. Die Preise ziehen deutlich an und es kann richtig voll werden. Als Alternative bieten sich beispielsweise Trekking-Touren auf den Kota Binabalu im östlichen Teil Malaysias an, wo jetzt inmitten der Trockenzeit gute Bedingungen für einen Aufstieg herrschen.

Zentralasien

Die Hochgebirge in Zentralasien sind die einzigen Destinationen, die im Juli bei einem Besuch in diesem Teil der Erde infrage kommen. Während die Niederungen durch unerträgliche Hitze, Trockenheit und Staub gekennzeichnet sind, bleibt es in den höheren Lagen angenehm kühl. Da sich weite Teile der Gebirge einen Großteil des Jahres unter einer dicken Schneedecke finden, die auch die wenigen vorhandenen Verkehrsverbindungen unterbricht, können Wanderer und Bergsteiger viele Ziele nur jetzt während des kurzen Sommers entdecken.

Afrika

Genauso wie an den Küsten des europäischen Mittelmeeres finden im Juli auch Urlauber in Nordafrika optimale Bedingungen für einen Strandurlaub vor: Hitze, Sonne, kein Regen. Wer Abkühlung sucht, der findet sie im Atlasgebirge.
In Ostafrika ist im Juli die beste Zeit für Urlauber, die auf Safaris die beeindruckende Tierwelt der Region entdecken wollen. Denn einerseits finden jetzt die großen Tierwanderungen in der Serengeti statt, andererseits ist es trocken und mit Temperaturen von 22 Grad im Hochland und 26 Grad an der Küste sehr angenehm. Angesichts dieser Wetterverhältnisse kann man eine Safari im Juli dann auch optimal mit einem Badeurlaub am Indischen Ozean verbinden.
Im südlichen Afrika herrscht jetzt Winter. Bis auf die Drakensberge fällt zwar kein Schnee; doch auch im Hochland kann die Temperatur nachts unter den Gefrierpunkt fallen. Nicht unbedingt optimale Bedingungen für einen tollen Urlaub. Dies trifft allerdings nicht auf die subtropische Ostküste zu. Hier lohnt der milde und regenarme Juli besonders für einen Besuch. Wer also nicht die üblichen Ziele im südlichen Afrika aufsuchen möchte, der kann im Juli einmal die eher unbekannten Gebiete der Region entdecken.
Das Zentrum Afrikas ist normalerweise eine Region mit besonders ungünstigen klimatischen Verhältnissen für Mitteleuropäer. Im Juli lassen in den tropisch immerfeuchten Gebieten Hitze, Niederschläge und Schwüle aber kurzfristig einmal nach, sodass man dann diese Region aufsuchen kann. Aber auch die wechselfeuchten Teile und die Wüstengebiete Zentralafrikas südlich des Äquators lassen sich dann gut besuchen.
Beste Bedingungen für einen Strandurlaub finden sich im Juli auf den Inseln im Indischen Ozean. Seychellen & Co. warten mit hochsommerlichen Temperaturen über 25 Grad, wenig Regen und Sonne pur auf die Urlauber. Die kommen in Scharen, sodass es vor allem auf den kleineren Inseln recht teuer und voll werden kann. Wen es für Trekking-Touren in die höheren Lagen zieht, der sollte jetzt im Südwinter allerdings warme Kleidung dabei haben.

Nordamerika

Ziemlich heiß wird es im Juli in weiten Teilen des nordamerikanischen Kontinents. Urlauber sollten also vor allem die Ziele ansteuern, die von den Temperaturen her erträglicher sind. Und davon gibt es in Nordamerika auch im Juli noch genügend. Da wäre zum einen die Ostküste Kanadas und der USA nördlich von New York zu nennen. Auch die Pazifikküste von Oregon an nordwärts ist zu empfehlen. Bei ähnlichen Temperaturen wie in Mitteleuropa im Juli fällt dort jetzt weniger Regen als bei uns. Milde Werte finden sich auch in den Rocky Mountains. Sie sind jetzt bestens geeignet für Trekking-Touren und Wanderungen in den großen Nationalparks. Allerdings wird man dann dort bestimmt nicht allein sein, schließlich sind die Nationalparks in diesem Monat große Besuchermagneten. Schließlich ist der Juli wegen der nur dann halbwegs warmen Temperaturen auch einer der wenigen Monate, um die noch weitgehend unberührte Natur im Norden Alaskas und Kanadas zu erleben. Dafür muss man dann allerdings auch die unzähligen Mücken ertragen, die im Juli in der Region ihr Unwesen treiben.

Karibik

Nicht überall in der Karibik erwarten den Urlauber im Juli Regen, Hitze, Hurrikane und hohe Luftfeuchtigkeit. Aruba, Bonnaire und Curacao ganz im Süden bleiben davon ebenso weitgehend verschont wie die Insel Bermuda ganz im Norden. Hier kann man also auch im Juli bei sommerlichen Temperaturen und kaum Regen seinen Urlaub an weißen Stränden und unter Palmen genießen.

Mittelamerika

Verständlicherweise macht jetzt zum Höhepunkt der schwül-heißen feuchten Phase der normale Tourist einen großen Bogen um Mittelamerika. Doch Surfer und Rafter sollten gerade im Juli inmitten der Regenzeit kommen, weil dann die stärksten Winde wehen und die Flüsse der Region das meiste Wasser führen.

Südamerika

Weite Teile Südamerikas sind im Juli ein tolles Reiseziel. Dies gilt sowohl für Brasilien als auch für die Anden von Bolivien bis Kolumbien. Baden an Traumständen, Rundreisen oder Touren durch Hochgebirge und Dschungel sind jetzt möglich. Denn es herrscht Trockenzeit und viele Ziele sind nur dann überhaupt erreichbar. In den Hochlagen der nördlichen Anden wird es des Nachts aber manchmal recht frisch. Und im Süden in Chile und Argentinien wird es jetzt während des Südwinters sogar so kalt, dass die Schneeverhältnisse hervorragend geeignet für alle Arten von Wintersport sind. In Venezuela im Norden des Kontinents herrscht zwar im Juli Regenzeit. Doch sind die zahlreichen Wasserfälle des Landes gerade dann besonders beeindruckend, wenn sie reichlich Nachschub von oben erhalten. Den kräftigen Regen sollte man aber in Kauf nehmen, um dieses eindrucksvolle Naturschauspiel zu erleben.

Australien/Südsee

Das andere Ende der Welt bietet im Juli Destinationen für ganz unterschiedliche Zielgruppen an. Einen Urlaub an Traumständen unter Palmen bei hochsommerlichen Temperaturen finden Besucher auf den vielen Tropeninseln der Südsee. Naturliebhaber können nun mitten im Südwinter bei verhältnismäßig wenig Regen und nicht ganz so hohen Temperaturen den tropischen Norden und das sonst extrem heiße Zentrum Australiens erkunden. Aber auch für die Wintersportler hält diese Gegend der Erde im Juli attraktive Ziele bereit. Denn jetzt im Südwinter kann man sich in den Australischen und Neuseeländischen Alpen die Bretter unter die Füße schnallen und sich auf die Pisten und in die Loipen begeben.

Arktis

Der Juli ist zusammen mit dem August der einzige Monat, in dem man als normaler Urlauber in die Arktis reisen kann. Erst dann hat sich das Packeis, das im Rest des Jahres den Zugang zu weiten Teilen der Region verhindert, aufgelöst bzw. weit nach Norden zurückgezogen. Dank des „warmen“ Wetters eignet sich der Juli besonders für Tierbeobachtungen; denn viele Zugvögel brüten jetzt und auch die Robben bringen ihre Jungen zur Welt. Die Region erkundet man am besten entweder auf Kreuzfahrten oder bei Wanderungen und Kajaktouren.

 

 

Autor:
Diplom-Geograph Remo Nemitz